Ihr Eigensinn und ihr Wille sind sprichwörtlich: Katzen gelten nicht zu unrecht als kaum erziehbar. Doch es gibt Mittel und Wege, wie Sie mit viel Geduld, Liebe und Konsequenz aus Ihrem unbändigen Wildfang einen lebhaften Abenteurer und angenehmen Wohnpartner machen können.

Katzen haben sich viel von ihrer ursprünglichen Wildheit bewahrt, viel Temperament, Unabhängigkeit und Eigensinn. Ihre Neugierde ist gross, sie sind ständig auf Abenteuer aus. So ist es also nicht verwunderlich, wenn Mieze tagtäglich neue Ideen – oder eben auch einmal Flausen entwickelt. Katzen verstehen den Unterschied zwischen "Falsch" und "Richtig" nicht, merken aber schnell, wann für sie ein Vorteil heraus springt. Sie lernen grundsätzlich über Erfahrungen und sind meist gut motivierbar. Entwickelt Ihre Katzen Ideen, die Ihnen nicht passen, springt sie beispielsweise verbotenerweise immer auf den Esstisch oder Ihr Bett, müssen Sie sofort reagieren, damit Ihre Katze die "verbotene" Handlung mit der entsprechenden Reaktion verbindet. Bleiben Sie konsequent, schon eine einzige Ausnahme kann wochenlanges Training kaputt machen!

Versuchen Sie, dass sich Ihre Katze nicht durch Umgehung von Verboten belohnen kann: Sie wird vermutlich schnell gemerkt haben, dass sie nicht auf den Tisch springen darf, solange Sie im Raum sind. Lassen Sie aber Ihr Wurstbrot unbeaufsichtigt auf dem Tisch dort stehen, wird sich Ihre Katze mit einem Sprung für ihren Mut belohnen, sobald Sie Ihr den Rücken zugewandt haben. Und sitzt dann wieder mit Unschuldsmiene vor Ihnen, wenn Sie das Malheur entdecken… Diese Katzenmoral muss verstanden sein, ist aber auch immer wieder sehr charmant.

Es heisst also: Ablenken, Belohnen und Motivieren, statt bestrafen. Nach einem "Nein" ein schönes Lob, wenn Ihr Kätzchen auf seinen Sprung auf den Tisch verzichtet. In die Händeklatschen oder ein Zischlaut erschrickt – und verleidet das Vorhaben. Ein Rascheln mit einem Papierknäuel lenkt ab. Und sollte dies nichts (mehr) nützen, können Sie auch einmal zu einer Wasserpistole greifen. Die Reaktion ist für Ihre Katze unangenehm, und sie wird sie mit dem jeweiligen Moment verbinden und nicht unbedingt mit Ihnen. Eines ist und bleibt aber in jedem Fall tabu: die Katze niemals mit einem heftigen Klaps bestrafen. Das wird Sie Ihnen eventuell nur mit Misstrauen oder sogar Handscheue lohnen. Verleiden Sie ihr verbotene Plätze stattdessen mit unangenehmen, aber ungefährlichen Eindrücken: Klebstreifen auf dem Esstisch oder Plastikfolie auf Ihrer Bettdecke, wenn Sie nicht zu Hause sind. Pfeffer oder Kieselsteine im Blumentopf gegen Umgraben. Und verlieren Sie nicht Ihre Geduld – und Ihren Humor: Schliesslich bleiben Sie das grosse Vorbild für Ihre Samtpfote!

Auf einen Blick

Ablenken, motivieren und belohnen statt bestrafen

Niemals die Hand zum Klaps einsetzen (Misstrauen, Handscheue!)

Vorbildrolle als „Mutterkatze“ nutzen

Konsequent und blitzschnell reagieren

ÖFTER EINMAL ETWAS KLEINES

Von Natur aus sind Katzen darauf eingestellt, während eines Tages viele kleine Portionen zu essen. Ganz nach Jagdglück eben. Hier ein Tipp, wie Sie Ihrer Katze dieses natürliche Verhalten bieten können.

Sind Katzen sich selbst überlassen, gehen sie also z.B. selbst auf die Jagd oder können sie sich selbst "bedienen", fressen sie mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag. Wann immer ihnen eben eine Maus oder ein anderes Häppchen über den Weg läuft. Wenn Sie in der Fütterung Ihrer Katze diesem natürlichen Verhalten entgegen kommen wollen, geben Sie ihr mehrmals täglich kleine Futtermengen. Und lassen Sie Ihren Jäger auch einmal danach suchen, indem Sie z.B. ein Leckerli verstecken. Das sorgt nicht nur für eine portionierte Nahrungsaufnahme, sondern auch dafür, dass es Mieze nicht langweilig wird.

Auf einen Blick

Katzen essen von Natur aus mehrmals täglich kleine Happen

Futter in mehreren Portionen über den Tag verteilen

Leckerli verstecken und Katze suchen lassen für mehr Abwechslung